Der KönigsPfad

Auf der Suche nach der Hohen Kammer bei Motten

Rhönkarte von Kompass

Im Wald, nahe des militärischen Sperrgebietes von Wildflecken, gibt es einen mysteriösen Punkt. Der Punkt heißt „Hohe Kammer“, und ist auf 700 Meter. (Die Karte ist auch leider für meinen Geschmack viel zu grob)
Wir sind nicht ortskundig und haben schon von verschiedenen Richtungen gute Waldpfade gesucht. Eine Nachbarin hatte mir vorgeschwärmt, wie toll es dort oben an der Hohen Kammer sei.
Zugegeben, die großen Straßen haben wir vermieden, und beim ersten Mal haben wir uns auf Tante Google und die Aussagen der Nachbarin verlassen. Wir brauchten dann aber doch 4 Anläufe….

1. Versuch

„Die Hohe Kammer ist ganz leicht zu finden, man muss immer den Weg einfach nur geradeaus hoch gehen und dann kommt man da hin“

Zitat der Nachbarin…

Von unserem ersten Startpunkt von etwa 400 m auf 700 m auf etwa 3 km, das dauert schon eine Weile.

Hm… ich weiß bis heute nicht genau, was sie mit „Hohe Kammer“ meinte, und ob der als „Hohe Kammer“ notierte Begriff auf der Karte vielleicht nur für die Kuppe gilt oder das Areal gemeint ist und nicht etwa für ein „Objekt“. Sie hatte gesagt, da liegen Steine und das einzige was ich damit in Verbindung setze waren die Steine des Sperrgebietes. Aber dazu später mehr. Vielleicht weiß das jemand von euch.

Vielleicht meinte sie das Jagdhaus .

Jedenfalls machten wir uns beim ersten Mal auf den Weg durch den Wald, so wie sie sagte, geradeaus. Und zwar von Altenhof aus (auf der Karte nicht sichtbar ) das sich nördlich der eingezeichneten Jagdhütte befindet. Am Anfang war das auch kein Problem. Eine breite Waldstraße wand sich durch den Nadelwald nach oben. Irgendwann mündete der Weg „geradeaus“ jedoch in einer T-Kreuzung. Wir entschieden uns irgendwann willkürlich nach oben in einen Waldpfad einzubiegen – nicht näher definiert und von Google empfohlen. Dieser wurde jedoch bald immer dichter. Teilweise überwuchertes Gestrüpp erschwerte das Durchkommen und eigentlich war dann auch bald kein Pfad mehr zu erkennen. Nach 4 Stunden Aufstieg ohne, das wir die mysteriöse Kammer oder das noch unbekannte Jagdhaus erreichten, mussten wir umkehren. Es war im Herbst und es wurde dunkel. Auf unwegsamen Gelände und ohne Taschenlampe waren wir nicht ausreichend ausgestattet, um weiter zu gehen.

Ausserdem war der Handy-Empfang mehr als leidlich und Google führte uns über Wege die keine waren. Was sonst manchmal ganz gut funktionieren kann, versagte hier auf ganzer Linie.

Ich nahm mir vor, erstmal eine vernünftige Karte zu besorgen. Claus hätte am liebsten eine topografische Karte von der Rhön, aber ich habe keine gefunden. Wir haben dann eine von Kompass genommen. Die Karte könnte noch größer sein. 1:50.000 ist einfach zu ungenau.

2. Versuch

Also verschoben wir die Operation „Hohe Kammer“. Und so unternahmen wir im Frühjahr einen neuen Anlauf. Dieses Mal hatte ich die Jagdhütte auf der Papierkarte ausgemacht und wir stiegen der Hütte mit dem Fahrrad auf dem Wanderweg 2 entgegen. Dieses Mal von Stellberg aus. Am Anfang war der Weg recht ok, wir haben ein wenig getrickst und so konnten wir die Steigung noch etwas sanft angehen. Doch im Wald wurde der Weg bald sehr steil. Ein schön anmutender Wald-Fußweg kreuzte unseren Schotter-Waldweg mit der Markierung 3, über die sich meine Karte ausschwieg.
Kurzerhand stellten wir die Räder an die Bäume und folgten dem Weg, der nach der OpenSource Karte und Positionsbestimmung mit dem Handy nach der Luftlinie genau auf die Hütte führen sollte.

Eine halbe Stunde später erreichten wir die Hütte. Für mich war damit nur ein Teilziel erreicht. Es war immernoch die Frage, was es denn mit dieser Hohen Kammer auf sich habe und Claus mag lieber richtige Waldpfade ohne Schotter.

Nun endlich haben wir einen neuen Weg zur Hohen Kammer entdeckt, die wohl auch dem Gebiet „Hohe Kammer“ auf der Karte am nächsten kommt.

Endlich …

Es ist der Königspfad

Schild zum Königspfad (3 km)
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An dem Tag seiner Entdeckung hatte ich mir eigentlich eingebildet, wir würden einen Weg zur Jagdhütte mit dem Auto finden, um von dort den Wald zu erkunden. Statt dessen machte ich hinter Motten halt, die Straße war in meinem Kopf 2 Meter breiter gewesen als sie dann tatsächlich war und keineswegs so gut ausgebaut wie in meiner Vorstellung. Ausserdem war der Weg für Autos gesperrt. Wie sich nach der hälfte des Weges herausstellte, waren wir auch dieses Mal nicht mit genügend Wasser versorgt. Ich hatte einfach für eine Autofahrt und etwas herumlaufen kalkuliert und nicht für einen massiven Aufstieg. Also kamen wir am nächsten Tag nochmal wieder. Diesen Königsweg hätten wir so im Auto vermutlich auch garnicht beachtet.
Am Waldrand wurden wir auf ein kleines lustiges Plätzchen aufmerksam, das liebevoll eingerichtet war mit einem alten Wohnwagen ähnlichen Häusschen wie von Peter Lustig, Grill, Feuerstelle und dazu kreative Kerzenhalter, Sitzgelegenheiten und einem Pippiweg, der hinter einer Tür mit Herzchen endete.
Ein einladender Ort, wem das gehört ist mir nicht bekannt.

Der Königsweg schlängelt sich durch den Wald und ist nur für Fußgänger… ok ein Mountainbike von oben nach unten könnte gehen, aber von unten nach oben ? … das wird hart.

Von dort aus sind es etwa 200 Höhenmeter und 3 km Distanz, wenn man dem Schild glaubt.

Der Weg kreuzt immer wieder Waldschotterwege aber führt immer durch Buchen und Fichten. Er ist noch sehr schön ausgeschildert aber wie man sehen kann, steht manches Schild schon auf der Sägeliste.

Ich wünschte sie würden die Bäume einfach stehen lassen. Ich liebe Buchen und sie fühlen sich so ganz anders an, als Nadelbäume.
Mir ist aufgefallen, das in den Nadelteil des Waldes kein einziger Vogel sang. Ausser Insekten war in Teilen nichts zu hören. Kein Tier.
Dieser Wald hat für sensitive Menschen sowieso so einiges zu bieten. Es gibt freundliche Ecken, es gibt Ecken da ist ganz deutlich Dunkles zu spüren. Besonders wenn man von Altenhof aus hinaufsteigt. Viel Schmerz.
Wenn dieser Wald in unserer Sprache reden könnte, hätte er wohl so einiges zu erzählen.
Obwohl auch auf dieser Seite anscheinend bewirtschaftet wird, ist wirkt er unberührter als auf der anderen Seite des Berges. Vielleicht wegen dem Sperrgebiet an dessen Rand sich ein Teil des Weges begibt. Oder es ist das Naturschutzgebiet.

Im ersten Kilometer des Weges findet sich ein Büchlein am Wegesrand, auf dem Wanderer ihren Besuch notieren können. Eine schöne Idee. Aus dem Büchlein konnten wir lesen, das es den Weg seit 2010 gibt und das es sich dabei um den Weg von König Ludwig I zur Jagdhütte „Hohe Kammer“ handelt.- Wie man aus den Einträgen sehen konnte, wird er auch regelmäßig besucht. An dem Tag an dem wir hinaufgingen, war uns lediglich eine andere Gruppe voraus, der wir nie über den Weg gelaufen sind.

Der Weg führt ohne Unterbrechung bergauf, bis man am militärischen Grenzgebiet ankommt. Von dort ist es nicht mehr weit bis zu einem Plateau. Ab da verläuft der Weg relativ gerade ohne größere Steigungen. Erreicht man das Plateau, hat man etwa die Hälfte des Weges geschafft.

Der Weg ist ab da stetig gesäumt von Schildern (die ich nicht auf einem Foto verewigt habe), die darauf hinweisen, das man sich am Rande des Militärgebietes befindet.

Auch Farn wächst ab hier verstärkt

Nachdem der Weg dann eine ganze Weile sehr gerade auf einer geschotterten Straße verlief, machte er plötzlich einen Knick über den Wall, den wir fast übersehen hätten, wäre da nicht ein Luftballon gelegen, der sich später noch als nützlich erwies.

Er führte sozusagen von der Grenze weg in den „normalen“ Wald.

Vermutlich ist dieses Plateau die Hohe Kammer….

Links waren Buchen rechts Nadelwald, der teilweise etwas leer aussah. Aber an sich war es ein schöner Weg. Und es ist nicht mehr weit von der Jagdhütte. Der Weg mündete direkt auf die Straße zur Jagdhütte und zum Rundweg 2 vom Rhönclub.

Rund um die Hütte sind Hinweisschilder wie dieses.
Die Jagdhütte von Ludwig I. „Hohe Kammer“
Das ist doch mal ein interessanter Kühlschrank….

Wir machten natürlich Rast. Eigentlich wäre das ein sehr einladender Ort, um dort zu grillen. Aber aus unbekannten Gründen ist die Feuerstelle dort mit Grünzeug zugelegt.

Zur Quelle…..

Als wir den Rückweg antreten wollten, suchten wir alles ab, in der Hoffnung das dieser Königsweg vielleicht doch noch weiter ginge, aber wir fanden nichts. Statt dessen erweckte ein Schild meine Aufmerksamkeit, das ins Gebüsch zu weisen schien. Dort stand „Zur Quelle“. Ich folgte dem Schild durchs Gebüsch und es tat sich ein ausgetretener Pfad auf. Claus hatte keine Lust, der Hunger machte sich breit und wir hatten keinen Proviant mitgenommen, ausser Wasser, aber wir folgten dann doch noch dem Pfad, um zu sehen wo die Quelle ist. Am Anfang war es noch eine normale Stimmung doch schon bald sollte sich das ändern. Der Wald war plötzlich gespenstisch still. Es war, als würden alle Geräusche verschluckt werden und so wie schon zuvor erwähnt wurde es plötzlich unnatürlich still. Der Laubwald wich einem traurigen Nadelwald und es umfing uns eine Stimmung von Achtung und auf der Hut sein.

Schließlich fanden wir das, was wohl mal die Quelle war:

Sie war wohl still oder so, man hörte kein Wasser unter der Luke. Claus drang darauf, so schnell wie möglich zu verschwinden. Der Ort jagte uns ein ungutes Gefühl ein und wir folgten einem Pfad, der uns zurück auf den Weg führen sollte, den wir zuvor gekommen waren. Aber wie das so ist, weiß man nicht genau wo genau das war. Wir brachen also aus dem Nadelwald und nur der gelbe Luftballon, an dem wir zuvor vorbeigegangen waren verriet uns, das wir wohl ein paar Meter im Sperrgebiet gelandet waren.

So traten wir den Rückweg an. Alles in allem ein sehr schöner Wanderweg mit sehr wenig Schotterweg, alles weicher Waldboden und mit der Steigung auch was für die Kondition. Wunderbar.
Wir haben etwa 4,5 Stunden gebraucht hin und zurück. Gemütlich, denn ich bin kein schneller Läufer. 😉

Impressionen

Die letzten Vorbereitungen waren getroffen, das leckere Buffet stand auf den Tischen und bald sollten die ersten Gäste eintreffen.
Eine erste Besucherin kam und bald war eine nette Gesellschaft versammelt.
Begeistert liefen sie durch die Räume und bestaunten die Bilder. Es ist einfach schön, etwas mit anderen zu teilen, das dir am Herzen liegt. Ich war aufgeregt und gleichzeitig sehr erfreut.

Ich sang auf meiner Gitarre ein Stück zum Einklingen. Vor lauter Aufregung kam dabei der Text etwas durcheinander, aber das ist eben live manchmal so :-).
Kirsten begrüßte mit mir die Gäste. Es ist die erste Vernissage, die erste Kunstausstellung in dieser Form im Literaturcafé und wir hatten unseren Spaß beim Vorbereiten.

Am Eingang kündigte ein schönes Seifenblasengerät mit seinen Seifenblasen die Ausstellung an. Eine Mutter kam mit ihrer Tochter vorbei, die jauchzend in den Seifenblasen hüpfte.

Foto: Drinka Guhlke

Ich erzählte davon, wie unser Projekt entstanden ist und wo wir dann überall waren, um diese schönen Aufnahmen zu machen und so gingen wir dann durch alle Bilder wo ich auf die verschiedenen Besonderheiten und Umstände einging, bei denen die Bilder entstanden sind.

Das schöne an Seifenblasen ist, jeder kann etwas anderes darin entdecken und je länger man hinschaut, desto mehr Details werden sichtbar.

Am Ende waren alle sehr zufrieden und wir hatten einen wirklich netten Abend. Ich habe mich sehr gefreut die Ausstellung zu eröffnen und über jeden der da war. Ein toller Abend <3

Foto: Drinka Guhlke

Am 22.08. findet im Rahmen der Ausstellung Seelenfunken statt. Poesie und Musik. Karten gibts im Literaturcafé

Die Ausstellung geht noch bis 29.09.

Das Ende ist erst der Anfang

Unsere Seifenblasen-Fotos wandern. Sie wandern durch die Welt und so war es gedacht. 🙂

Noch bis 07.Juli in Ilbeshausen Hochwaldhausen!

Noch bis zum 07. Juli könnt ihr unsere Fotos im schönen Vogelsberg,
im Cafe der Vogelsbergklinik in Ilbeshausen Hochwaldhausen anschauen.

Danach geht es gleich weiter nach Steinau an der Straße.

Eröffnung 12. Juli 18.30 Uhr
Steinau an der Straße

Am 12. Juli eröffnet die Ausstellung in den oberen Räumen des Literaturcafés Alte Apotheke und wird dort bis zum 28. September zu sehen sein. Wir freuen uns ganz besonders auf dieses schöne Café, das mit seiner liebevollen Einrichtung sicher einen schönen heimeligen Platz für unsere schönen Bilder bietet. Wer noch nicht da war und sich für historisch eingerichtete Gebäude interessiert, der wird sich hier wohlfühlen. 🙂

Es ist einen Ausflug wert.

Anschrift: Literaturcafé Alte Apotheke
Brüder-Grimm-Straße 27
36396 Steinau an der Straße

Aussenansicht Literaturcafe Alte Apotheke in Steinau an der Straße, siehe hier->

22. August zu Gast in der Ausstellung:
„Seelenfunken – Poesie & Musik“

Im Laufe der Ausstellung, am 22. August präsentiere ich im Rahmen der Ausstellung „Seelenfunken – Poesie und Musik“ eine musikalische Lesung rund um die Seele. Eintritt 10 €

Begehung

Zu einem späteren Zeitpunkt Ende August / September ist eine Begehung geplant. Jedes Foto hat für sich aus unserer Sicht einige Details, über die wir gerne etwas mehr erzählen möchten und wir freuen uns darauf, diese Anekdoten und Sichtweisen mit unseren Besuchern zu teilen.

Wir sind sehr glücklich mit dem bisherigen Verlauf unserer Ausstellung. Sie wurde bisher von vielen positiv und überrascht aufgenommen, und wir freuen uns sehr über eine rege Teilnahme, Rückmeldungen und viele Besucher. <3